Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Nagold

Vive le Vélo 2026 -Eine Tour nicht nur durch Frankreich

„Vive le Vélo“ – Mit 68 und 70 Jahren 4.663 Kilometer auf dem Gravelbike

81 Tage war ein Nagolder Ehepaar und Gründungsmitglieder der ADFC-Ortsgruppe Nagold mit Gravelbikes unterwegs. Ihre Tour führte sie über Österreich und Italien bis an den Atlantik – mit Frostnächten, großer Hitze und vielen unvergesslichen Begegnungen.

Unter dem Motto „Vive le Vélo“ (Hoch lebe das Fahrrad) erfüllten wir uns auch 2026 den Traum einer mehrwöchigen Radreise. Nachdem wir im vergangenen Jahr kurz vor Kalabrien von einem Rudel wilder Hunde angegriffen worden waren und ich dabei gebissen wurde, kam Süditalien für mich nicht mehr infrage. Stattdessen planten wir eine Tour durch Österreich, Italien und Frankreich – vom Schwarzwald bis ans Mittelmeer, weiter an den Atlantik und schließlich wieder zurück.

Der Start verlief allerdings alles andere als leicht. Bereits in der zweiten Nacht schlugen wir unser Zelt auf der Wiese eines Alpakahofes auf. Am Morgen war das Zelt von einer dünnen Eisschicht überzogen und sogar unser Trinkwasser gefroren – ein Erlebnis, das wir auf all unseren Radreisen noch nie hatten. Auch der Albaufstieg verlangte uns mit schwerem Gepäck alles ab. Immer wieder mussten wir schieben, und zeitweise kamen sogar Zweifel auf, ob wir die Reise überhaupt schaffen würden. Doch Aufgeben war keine Option.

Die Entscheidung, statt über den Brenner den Alpe-Adria-Radweg zu wählen, erwies sich als Glücksgriff. Nach dem anspruchsvollen Anstieg nach Bad Gastein wurden wir mit herrlichen Abfahrten, beeindruckenden Berglandschaften und schließlich der Ankunft in Grado belohnt. Wieder einmal hatten wir das Mittelmeer allein mit eigener Muskelkraft erreicht – immer wieder ein ganz besonderer Moment.

Unterwegs waren es aber nicht nur die Landschaften, die uns begeisterten, sondern vor allem die Begegnungen mit Menschen. Weil in der Vorsaison viele Fähren noch nicht verkehrten, mussten wir lange Umwege in Kauf nehmen. Einmal jedoch wurden wir spontan auf eine private Yacht eingeladen und während der Überfahrt mit Gesang und einem Glas Wein verwöhnt. Solche Erlebnisse kann man nicht planen – und genau sie bleiben für immer in Erinnerung.

Am Gardasee genossen wir eine Etappe ohne Gepäck auf der spektakulären Strada della Forra. Danach führte unsere Reise über Mailand nach Genua und entlang der Riviera. Besonders die roten Felsen des Esterel-Gebirges an der Côte d’Azur beeindruckten uns. Weniger abwechslungsreich war dagegen die Fahrt am Canal du Midi. Kilometerlang ging es bei großer Hitze schnurgerade dahin. Umso größer war die Freude, schließlich den Atlantik zu erreichen und sich in den Wellen abkühlen zu können.

Ein weiterer Höhepunkt war die Überquerung des Passage du Gois, einer Straße, die nur bei Ebbe befahrbar ist. Faszinierend war es zu beobachten, wie sich das Meer langsam zurückzog und den Weg freigab. Entlang der Loire begeisterten uns die zahlreichen Schlösser und historischen Städte, bevor wir schließlich Paris erreichten. Die französische Hauptstadt war beeindruckend, doch Temperaturen von bis zu 40 Grad machten das Radfahren zunehmend zur Herausforderung. Deshalb verabschiedeten wir uns von unserem ursprünglichen Plan, noch bis Amsterdam zu radeln. Von Nancy aus nahmen wir den Zug nach Straßburg und traten von dort die Heimreise über den Hochschwarzwald an.

Eine Begegnung wird uns dabei besonders in Erinnerung bleiben. Mitten in einer einsamen Gegend kam ein Franzose aus seinem Haus auf uns zugelaufen und schenkte uns eine Flasche eiskaltes Wasser. Nach vielen Kilometern in der sengenden Sonne war diese kleine Geste für uns von unschätzbarem Wert. Und die Begegnung mitten im Schwarzwald war auch faszinierend: Ein Mann machte hier urlaub und wo war sein Zuhause? In Carcassonne, eine Stadt, von der wir auch beeindruckt waren und die wir bisher nur vom Brettspiel kannten.

Nach 81 Tagen, 4.663 Kilometern und 22.670 Höhenmetern kehrten wir gesund und voller unvergesslicher Eindrücke nach Hause zurück. Atemberaubende Landschaften, wunderschöne Radwege und herzliche Begegnungen machten diese Reise zu etwas ganz Besonderem. Sie hat uns einmal mehr gezeigt, dass Abenteuer kein Alter kennen. Vive le Vélo – hoch lebe das Fahrrad!

Das vorzeitige Ende einer Gravelbike-Tour durch Bella Italia 2025

Jörg Lorz (70 Jahre) und Ilona (67 Jahre) wollten dieses Jahr 150 Tage mit Gravelbikes durch Italien, Slowenien und Polen reisen. Vor ihrer Radreise  waren Zweifel und Unsicherheit, ob sie das überhaupt schaffen werden. Heute, nach ihrer Reise, können die beiden stolz sagen: “Bikepacking ist nicht nur für die Jugend - wir haben das Gegenteil bewiesen.” Leider waren sie jedoch bereits nach 52 Tagen und 2.554 km zurück in Nagold, da sie kurz vor Kalabrien von wilden Hunden verfolgt und Ilona leider in die Wade gebissen wurde. 

Eigentlich sollte ihre Reise erst am 2. September 2025 in Warschau enden, denn sie hatten Karten für  ein Konzert der Toten Hosen. Aber auch “nur” die Tour an der gesamten Adria entlang  durch die Regionen Emilia-Romagna, Marken, Abruzzen, Molise und Apulien, hat sich für die beiden gelohnt. Denn auf der Tour durch Italien gibt es mehrere Highlights. So ist jede Alpenüberquerung, erst recht ohne elektrische Unterstützung - etwas Besonderes. Dann der Gardasee und die Po-Ebene mit  rosa Flamingos und vielen Wasserschildkröten und Bisamratten. Auch das  fünfte Land nach Deutschland, der Schweiz, Österreich und Italien, der Binnenstaat San Marino, ist eine Reise wert. Ein weiterer Höhepunkt waren für die beiden Ruheständler die Tremiti-Inseln, auch Diomedesinseln genannt. Auf diese Inselgruppe kommt man nicht mit dem Auto. Im Nationalpark Gargano in Apulien gibt es eine wunderschöne Flora und Fauna und vor allen Dingen herrliche Küstenlandschaften. Auch wenn die vielen Plastikflaschen am Straßenrand die Naturschönheit etwas trübt.

Am besten hat es den beiden Radlern jedoch auf der Halbinsel Salento im äußersten Südosten Italiens gefallen. Wo sieht man noch so kristallklares und hellblau bis türkisfarben leuchtendes Wasser? Kein Wunder also, dass man Salento auch mit den Malediven vergleicht. 

Doch kaum hatten sie Salento verlassen, wurden sie von einem Rudel Hunde verfolgt. Es sind arme Kreaturen, oft misshandelt und ausgesetzt. Sie sind in der Regel auch nicht gegen Tollwut geimpft. So war der Schrecken sehr groß, als ein Hund Ilonas Schlafsack auf dem Gepäckträger zerrissen und  sie auch in die Wade gebissen hatte. Ein netter Italiener rief einen Krankenwagen und im Krankenhaus bekam sie eine Auffrischimpfung gegen Tetanus. Tollwut ist in Italien wohl seit zwei Jahren nicht mehr vorgekommen. Sie sind dann mit dem Zug nach Norditalien und wieder drei Tage geradelt, bis sie sich dann doch entschieden hatten, zurück nach Deutschland zu fahren. Schade, denn Ilona wollte ihr Geburtsland Polen durchqueren, das sie als Baby verlassen und seitdem nie wieder betreten hatte. Vielleicht im nächsten Jahr?

Sie wollen mehr wissen? Dann schauen Sie auf Instagram vorbei: Von_Nagold_in_die_Welt. Hier veröffentlichen Ilona und Jörg jeden Tag ein Video auf ihren Radreisen.

 

Überraschende e-Bike-Reise in den Norden Europas 2024

Eine E-Bike-Reise von den beiden Ruheständlern Ilona und Jörg durch Deutschland, Luxemburg, Belgien, Niederlande, Frankreich, England, Dänemark und Schweden. Unterwegs gab es zwar keine Platten, aber zwei gerissene Zahnriemen und eine kaputte Roloff-Schaltung. Es regnete viel, war windig und stürmisch, so dass die beiden noch eine fantastische Kreuzfahrt durch Norwegen bis ans Nordkap einschoben. Weitere Höhenpunkte waren in Südengland der sagenumwobene Steinkreis Stonehenge und Land’s End in Cornwall mit seinen zerklüfteten und spektakulären Klippen. Unbeschreiblich war das Gefühl, dem Mont-Saint-Michel in der Bretagne entgegenzuradeln, in der Normandie waren die Erinnerungen an den D-Day interessant, aber auch bedrückend und in den Niederlanden besuchten sie ein außergewöhnliches Fahrradcafé mit Werkstatt. In der Fahrradstadt Kopenhagen waren die beiden vom Freistaat Christina begeistert. Am Rhein und an der Mosel entlang war es bei herrlichem Frühlingswetter mit zig Burgen wunderschön. Auf sehr gut ausgebauten kilometerlangen Fahrradstraßen führte sie die Tour durch das  überraschend schöne Ostdeutschland. So war bspw. das Dessau-Wörlitzer Gartenreich ein Genuss für die Seele.  Halle war allein schon wegen der Himmelsscheibe von Nebra eine Reise wert. Überhaupt waren die vielen Weltkulturerben, die unterwegs besichtigt werden konnten, sehr beeindruckend. Wer mit offenen Augen durch die Welt radelt, findet überall Schönes!

Sie wollen mehr erfahren? Dann nehmen Sie an unseren monatlichen Treffen teil. Termine finden Sie unter Neuigkeiten! 

Ereignisreiche e-Bike-Tour in den Süden Europas 2023

Endlich Ruhestand! Endlich nicht enden wollende Ferien! Die ehemalige Schulleiterin Ilona und der Ingenieur Jörg waren mit  e-Bikes unterwegs in Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal, Marokko, Italien, Albanien, Griechenland und Österreich. Außer zwei Platten gab es keine Pannen. Viel Regen in Frankreich, interessante Begegnungen auf dem Pilgerweg in Spanien, tolle Klippen in Portugal, tolles arabisches Flair in Marokko, Gewitter auf Sardinien, heiße Bäder in Albanien, bellende Hunde in Griechenland, Sturm in Österreich und wundervolle Landschaften und Menschen in Deutschland.

Sie wollen mehr erfahren? Dann schauen Sie auf Instagram vorbei: von_nagold_in_die_welt. Hier gibt es täglich ein Video, so dass Sie das Gefühl haben, dabei zu sein. Sie wollen auch mal eine längere Tour unternehmen? Dann kommen Sie zum Erfahrungsaustausch zu unseren monatlichen Treffen, bspw. zum Stammtisch. termine finden Sie unter der Rubrik Neuigkeiten.

Mit dem Velomobil von Nagold nach Südfrankreich 2023

Manche nennen Sie Zigarre, die anderen einfach nur Kiste. Am besten passt jedoch Flitzer! Man könnte auch meinen, es handelt sich um ein Boot. ;) Oder einfach ein Liegerad mit Verkleidung? Auf jeden Fall ist es ein Gefährt, mit dem das ADFC-Mitglied Sebastian überall Aufsehen erregt und für Radfahrende  schwindelerregende Geschwindigkeiten erreicht. Kurz: Es handelt sich um ein Velomobil und Sebastian macht immer wieder Touren, so zum Beispiel 2023 nach Südfrankreich. Was er alles erlebt hat? Fragen Sie ihn selbst und kommen Sie zu unseren Aktiven-Treffen! Sie sind kein ADFC-Mitglied? Kein Problem! Wir freuen uns über jeden Erfahrungsaustausch und berichten gerne über unsere Reisen!

Radtouren

Bleiben Sie in Kontakt